Kirche

Der Kirchturm

Das Eingangsportal

Das "Heidenköpfchen"

Die Glocken

Renovierung und Erweiterung 1903- 1905

Der Chorraum

Fenster im Chorraum

Gemälde im Chorraum

Das Kruzifix

Köpfe im Hauptschiff

Der alte Taufstein

Vorhalle im Turm

 

Der KirchturmDer Kirchturm

Der Glockenturm gehört wohl zum ältesten noch erhaltenen Teil der Kirche. Ob seine Fundamente und Grundmauern gar bis ins Mittelalter Bestand haben oder auch erst beim Kirchenneubau im Jahre 1479 errichtet wurden, ist ungewiss. Die steilen Giebel des Turmdaches sind nach Westen und Osten ausgerichtet. In der Höhe des Glockenstuhls sind die in spätgotischem Stil gehaltenen Schallfenster in die dicken Wände des Turmes gebrochen. Auf jeder Seite des viereckigen Turmes ist ein solches Fenster angebracht, nur nach Norden, in Richtung auf das Dorf hin, liegen zwei dieser Bogenfenster nebeneinander. Dies kommt daher, dass dort ein Durchbruch geschlagen wurde, um die mittlere Glocke im Jahre 1760 in den Turm einzubringen. Auf einem Stein der Fenstereinfassung ist noch heute die Jahreszahl 1760 zu lesen.
Die Uhr unter diesem Doppelfenster ist allerdings neueren Datums. Sie wurde im Jahre 1905, als der Umbau der Kirche vollendet war, von der politischen Gemeinde Brombach dort angebracht.

 


Das EingangsportalDas Eingangsportal

Das Bogenportal an der Westseite des Turmes, trägt die Jahreszahl 1904 aus der Zeit der Neugestaltung der Kirche und ist kunstvoll bemalt. Tritt der Besucher ein, befindet er sich in der Vorhalle im Turm. Durch eine weitere Türe gelangt er in den Kirchenraum.

 

 

 

 

 

 


Das HeidenköpfchenDas "Heidenköpfchen"

Über dem Eingangsportal an der Westseite des Turmes ist ein Steinkopf eingelassen, welcher vermutlich den Schutzpatron Germanus darstellt. Der Sandsteinkopf trägt im Volksmund den Namen "Heidenköpfchen", Dieser ist wohl erst in nachreformatorischer Zeit entstanden, als evangelische Prediger den Heiligenkult verurteilt hatten.

 

 

 

 


Die Glocken

Die „große Glocke“, wurde im Jahre 1595 in Basel gegossen. Bis heute ertönt sie mit dem Schlag-Ton „fis“. Sie trägt die Inschrift: „Alles Fleisch verschleißt sich wie ein Kleidt - das ist der alte Bunt Mensch du musst ster“ .Für die fehlende Silbe "ben" hat es an Platz gemangelt. Der Spruch ist im Sirach im Alten Testament Kapitel 14 Vers 18 zu finden. Es kann auch sein, dass die fehlende Silbe, wie es Pfarrer Gnirs einmal vermutete, absichtlich weggelassen wurde, um damit an-zudeuten wie bruchstückhaft unser Leben ist. Das würde jedenfalls gut zur Verwendung dieser Glocke als Gedächtnisglocke passen. Diese Glocke ist die älteste des heutigen Geläutes, da sie aufgrund ihrer Größe nicht aus dem Glockenstuhl entwendet werden konnte.

1702 wurde eine kleinere weitere Glocke gegossen, welche allerdings im ersten Weltkrieg von den Franzosen beschlagnahmt wurde.
Die „mittlere Glocke“ welche mit einem „a“ ertönt, wurde 1760 in Lörrach gegossen. Sie ist mit einem Kruzifix verziert.
Eine weitere Inschrift trägt sie nicht.
Im zweiten Weltkrieg wurde sie am 5. Februar 1942 vom Turm geholt, um Kriegsmaterial zu erstellen. Dieses Schicksal des Umschmelzens blieb der Glocke allerdings erspart. Nach Kriegsende wurde sie auf dem Hamburger Glockenfriedhof wieder gefunden. Am 10. August 1948 wurde sie wieder in unserem Kirchturm eingehängt. Seither gilt sie als unsere Heimatglocke und mahnt uns zum Frieden und wird auch beim Vaterunser geläutet.
Unsere „kleine Glocke“ stammt aus dem Jahre 1952. Sei erklingt im Ton „h“ und trägt die Inschrift: „bet und arbeit – so hilft dir Gott allzeit.“ Als kleinste unserer Glocken läutet sie bei Taufen.

Renovierung und Erweiterung 1905Renovierung und Erweiterung
1903-1905

1903- 1905 fand ein kompletter Umbau der Kirche statt. Aus dem schmalen Langhaus der alten Kirche entstand nun ein mächtiger Zentralbau mit großen Emporen. Heute hat sie gut 600 Sitzplätze, etwa doppelt so viel wie vor dem Umbau. In ihrem jetzigen Grundriss bildet die Kirche eine Kreuzform. Der Kreuzstamm verläuft vom Turm zum Chor in West-Ost- Richtung. Das Kirchenschiff bildet den Querbalken dazu. In den nordöstlichen und südöstlichen Außenwänden sind hohe spätgotische Fenster angebracht, während die Westseite nur kleine Rundbogenfenster erhalten konnte, denn dort befindet sich der Turm und die Aufgänge zu den Emporen.
Der schwere Altar sowie der Taufstein wurden ersetzt. Dieser romanische Taufstein steht seit 2005 wieder im Eingangsbereich der Kirche. Auch die bereits morsch gewordene Holzkanzel wurde durch eine steinerne ersetzt. Vor der Renovation war die Kirche so unansehnlich und baufällig geworden, dass sogar über einen völligen Neubau nachgedacht wurde. Allerdings sollte nach diesen Plänen die Kirche nicht mehr auf dem Kirchberg errichtet werden sondern auf dem Grundstück des Reichenstein´schen Schlosses, das seit seiner Zerstörung im Sommer 1678 durch Französische Soldaten nur eine Ruine war. Jedoch konnten sich die Brombacher Bürger für dieses Vorhaben
nicht begeistern.

ChorraumChorraum

Fenster im Chorraum

Die drei Fenster im Chorraum sind erst auf Kosten der Fabrikantenfamilie Großmann mit den leuchtenden Glasmalereien versehen worden. Hans Drenckhahn aus Basel schuf sie im Jahre 1905. Je eine Zweiergruppe der bedeutendsten Apostel, Paulus und Petrus zur linken und Johannes und Jakobus zur rechten Seite schließen eine Bildkomposition in der Mitte ein. Diese stellt Johannes den Täufer und Jesus bei dessen Taufe am Jordan dar. Die Apostel auf dem rechten und linken Fenster sind Nachbildungen der „vier Apostel“, wie sie der große Nürnberger Maler Albrecht Dürer geschaffen hatte. An der geraden Südseite des sieben Meter langen Chors befindet sie noch ein mit hellem Glas versehenes Bogenfenster, das dem Raum mehr Licht verschafft.

Das Gemälde im ChorraumDas Gemälde im Chorraum

Auf der Wand, dem Südfenster gegenüberliegend, können wir seit 1943 ein wandfüllendes Gemälde sehen. Es stellt die Erzählung des Johannesevangeliums von Jesus und der Samariterin dar. So ist das Wandbild mit dem Satz aus Johannes 4 Vers 14 unterschrieben: Wer da wird trinken von dem Wasser, das ich ihm gebe, den wird nimmer dürsten. Entworfen und ausgeführt hat dieses Gemälde Daniel Greiner. Mit seinem Werk wollte er seiner Heimat ein Geschenk machen und zugleich auch seine Vorfahren ehren. Zu diesen gehörte Johann Greiner, der in Brombach zweimal Bürgermeister war (von 1844 bis1850 und von 1852 bis 1857) sowie zwei weitere Angehörige der Familie Greiner, die beide im Dienste der Verkündigung des Evangeliums standen. Friedrich Greiner, in der Heimat, der andere Jakob Greiner, als Missionar. Diesen hat der Maler unter seinem Werk einige Gedenkverse gewidmet:
Habs gemalt und der Heimat geschenkt, /Daß meiner Vorfahren man gedenkt: /Des Knechtes Gottes Friedrich Greiner /Des Bürgermeisters Johann Greiner. /Auch Onkel Jakob möchte ich ehren, /Der viele Heiden tat bekehren./ Ein Gruß sei`s dir, o Heimat, Deiner /Gedenk ich immer Daniel Greiner. 

Das Kruzifix

Ein Kruzifix hängt seit 1943 an der Orgelempore. Es wurde als Dank-geschenk unserer Gemeinde vermacht.

Die Köpfe in Hauptschiff Die Köpfe im Hauptschiff

Die Bedeutung der beiden holzgeschnitzten Köpfe am vorderen Ende des Deckenbogens im Hauptschiff ist nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass sie auf die Trennung von Mann und Frau in der Kirche aufmerksam machen sollten, wie dies damals üblich war.

 

Der alte TaufsteinDer alte Taufstein

Der alte romanische Taufstein stammt aus dem 14.Jhd. oder ist vielleicht noch älter, da er in seiner Form auf die Zeit der Ganzkörpertaufe zurückweist.
Er steht heute im Eingangsbereich der Kirche, um die Taufe als Eintritt in die Kirche zu symbolisieren. Wie manches andere fiel auch er der Renovation (1903- 1905) zum Opfer. Bis 2005 befand er sich im Garten der Villa Birkenhof.

 

 

 

 

 

Das Gemälde in der Vorhalle im Turm Die Vorhalle im Turm

Im Jahre 1954 errichtete die evangelische Gemeinde für ihre Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkrieges in der Eingangshalle der Kirche eine Gedenkstätte. Die beiden großen Gedenktafeln sind an der nördlichen inneren Turmwand angebracht worden.
An der gegenüberliegenden Wand hat der Ostberliner Künstler Gerhard Olbrich, ein Schüler des Schweizer Meisters Willy Fries, dem Nachdenken über Tod und über das Jüngste Gericht einen bildhaften Ausdruck gegeben. Nach Johann Peter Hebels "Gespräch über die Vergänglichkeit" ist, verbunden mit der Visionen aus der Offenbarung des Johannes in Kapitel 1 und 4, eine Bildkomposition an die helle Wand gemalt worden.
Hoch oben thront der Weltenrichter mit dem Buch des Lebens in der Hand, das all unser Tun und Lassen von Anfang bis zum Ende verzeichnet hat. Schrecken und Verwüstung müssen über das unten dargestellte Dorf hinweggegangen sein. Und zwischen dem Weltenrichter und dem zerstörten Dorf schweben sieben Engel als Künder des letzten Tages.

Die Texte sind teilweise Auszüge aus "Zur Geschichte der evangelischen Pfarrkirche und ihrer Gemeinde" von Pfr. i. R. Peter Krauel in der Chronik von Brombach 786- 1972 v. Fritz Schülin.

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